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Zigaretten

Die Zigarette wurde bereits im 16. Jahrhundert in Europa geraucht. Doch das ist nur ein kleiner Teil ihrer spannenden Geschichte. Erfahren Sie mehr über ihren Weg, verschiedene Herstellungsformen, die bekanntesten Marken und ihre gesundheitlichen Auswirkungen. WEITERLESEN

INHALTSVERZEICHNIS

Die Geschichte der Zigarette

Die Geschichte der Zigarette reicht bis in das 16. Jahrhundert zurück. Zu dieser Zeit gelangte Tabak durch spanische Seefahrer nach Europa. Die ersten schriftlichen Hinweise auf die Nutzung von Tabak stammen aus dem Jahr 1556, als der Franzose André Thevet über den Gebrauch von Tabak bei den indigenen Völkern Amerikas berichtete. In Europa wurde Tabak zunächst überwiegend in Pfeifen konsumiert, bevor sich im Laufe der Jahrhunderte weitere Formen der Verarbeitung entwickelten.

Die Geburt der Zigarette

Die moderne Zigarette entwickelte sich im 19. Jahrhundert. Um 1850 entstanden in Spanien und Frankreich die ersten Zigarettenfabriken. In Deutschland wurde die industrielle Produktion etwa zehn Jahre später in Dresden aufgenommen. Nach dem Ersten Weltkrieg begannen sich internationale Tabakunternehmen zu etablieren, darunter Konzerne wie Philip Morris und Reynolds American. Im Jahr 1934 wurde in Dresden erstmals eine Zigarette mit Filter hergestellt – ein technologischer Schritt, der die spätere Produktionsweise prägte.


Herstellung von Zigaretten: Ein Einblick in den Prozess

Die industrielle Herstellung von Zigaretten erfolgt in mehreren präzise abgestimmten Arbeitsschritten. Sie lässt sich in zwei Hauptphasen gliedern: die Aufbereitung des Tabaks und die anschließende Produktion der Zigaretten. Beide Bereiche unterliegen standardisierten Verfahren und werden weitgehend automatisiert durchgeführt.

Die Aufbereitung des Tabaks

Die Verarbeitung von Rohtabak bildet den ersten Schritt der Zigarettenherstellung. Dabei werden zunächst die Mittelrippen der Tabakblätter entfernt, um eine gleichmäßige Schnittqualität zu erreichen. Anschließend erfolgt eine Fermentation, bei der natürliche chemische Umwandlungen stattfinden. Dieser Vorgang kann mehrere Wochen dauern. Währenddessen werden dem Tabak unter kontrollierten Bedingungen Zusatzstoffe beigefügt, die den Feuchtigkeitsgehalt stabilisieren und die gewünschten Produkteigenschaften sicherstellen. Zu den gebräuchlichen Tabaksorten zählen Virginia-, Burley- und Orienttabake, die später zu unterschiedlichen Mischungen kombiniert werden.

„eine

eine klassische Filterzigarette



Eine der bekanntesten Tabakmischungen ist der "American Blend", der in Marken wie Lucky Strike und Pall Mall Verwendung findet. Einige Hersteller, wie Philip Morris, fügen ihren Mischungen auch Prilep Tabake hinzu, um einzigartige Geschmacksprofile zu kreieren.

Der Produktionsprozess bei Zigaretten

Der Produktionsprozess von Zigaretten erfolgt in einem weitgehend automatisierten Ablauf. Die Herstellung umfasst mehrere aufeinander abgestimmte Schritte:

Tabakschneiden: Die Tabakblätter werden in etwa 0,75 mm breite Fasern zerkleinert.

Feuchtigkeitskontrolle: Der Feuchtigkeitsgehalt des Tabaks wird regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst, um eine gleichmäßige Verarbeitung zu gewährleisten.

Automatisierung: Moderne Produktionsanlagen steuern sämtliche Arbeitsschritte computergestützt und sorgen für gleichbleibende Ergebnisse.

Tabakzufuhr: Über ein geschlossenes Fördersystem werden die jeweiligen Tabakmischungen den Zigarettenmaschinen zugeführt.

Zusammenführung der Komponenten: In der Maschine werden Tabak, Zigarettenpapier und – bei Filterzigaretten – der Filterstreifen exakt zusammengeführt.

Markenkennzeichnung: Während des Produktionsprozesses kann das Markenzeichen des jeweiligen Herstellers auf das Papierband aufgedruckt werden.

Verklebung: Eine Leimspur verschließt die Papiernaht, sodass die Tabakmischung vollständig umhüllt ist.

Qualitätskontrolle: Sensoren prüfen in Stichproben unter anderem das Gewicht, die Füllung und den Feuchtigkeitsgrad der Zigaretten.

Verpackung: Die fertigen Zigaretten werden automatisiert verpackt und versiegelt, um sie vor Umwelteinflüssen zu schützen.


Rund ums Zigarettenrauchen

Marken

Der deutsche Zigarettenmarkt umfasst eine Vielzahl unterschiedlicher Marken, Formate und Filterarten. Schätzungen zufolge sind etwa 60 bis 70 Marken dauerhaft im Handel erhältlich. Durch den Wettbewerb zwischen den Herstellern verändert sich das Angebot regelmäßig: Neue Produkte werden eingeführt, andere nach einer gewissen Zeit wieder eingestellt.

„Zigarettenmarken"

Eine Auswahl bekannter Zigarettenmarken

Beim Online-Kauf von Zigaretten können Verbraucher gezielt nach bestimmten Marken, Formaten oder Filtertypen suchen. Die Sortimente im Internet bieten eine strukturierte Übersicht über nationale und internationale Markenhersteller. So lassen sich unterschiedliche Tabakmischungen und Varianten miteinander vergleichen.


Die Vielfalt des Marktes zeigt die große Bandbreite an Produktformen, die sich im Laufe der Jahrzehnte entwickelt haben – von traditionellen Marken bis hin zu modernen Produktlinien mit variierenden Tabakmischungen und Verpackungsformen.

Formate

Zigaretten werden in unterschiedlichen Längen und Formaten hergestellt. Zu den gängigen Varianten zählen King Size-Zigaretten mit einer Länge von etwa 74 bis 85 Millimetern. Daneben existieren sogenannte 100er-Formate (rund 100 Millimeter) sowie Überlängen von bis zu 120 Millimetern. Auch kürzere Varianten mit etwa 70 Millimetern sind erhältlich. Diese Vielfalt an Formaten ermöglicht eine Differenzierung innerhalb des Marktes und spiegelt unterschiedliche Produktionsstandards der Hersteller wider.

Der Zigarettenfilter

Der Zigarettenfilter ist ein fester Bestandteil vieler industriell gefertigter Zigaretten. Er besteht in der Regel aus Celluloseacetat und wird am Mundstück der Zigarette angebracht. Filter können unterschiedliche Eigenschaften aufweisen – beispielsweise eine bestimmte Porosität oder zusätzliche Belüftungslöcher, die den Zugwiderstand und die Zusammensetzung des Rauchs beeinflussen.
Neben Filterzigaretten sind auch Varianten ohne Filter erhältlich. Die Bauart des Filters, seine Länge und Struktur können je nach Marke und Produktlinie variieren. Ziel dieser Unterschiede ist eine Anpassung an die jeweiligen Herstellungsstandards und Tabakmischungen.

Das Nikotin und seine Geheimnisse

Der Nikotin-, Teer- und Kondensatgehalt von Zigaretten wird seit mehreren Jahren nicht mehr auf den Verpackungen angegeben. Frühere Bezeichnungen wie „light“ oder „mild“ sind in der Europäischen Union nicht mehr zulässig. Die gesetzlichen Vorgaben sollen verhindern, dass bestimmte Produkte als weniger schädlich wahrgenommen werden.

Nikotin ist ein Bestandteil des Tabaks, der maßgeblich die sensorische Wahrnehmung des Rauchs beeinflusst. Unterschiede im Nikotingehalt ergeben sich aus der Zusammensetzung der Tabakmischung, der Art der Verarbeitung sowie dem Aufbau der Zigarette, etwa durch den verwendeten Filter oder das Papier.


Alles hat ein Ende... oder?

Zigaretten erlöschen häufig von selbst, wenn sie eine bestimmte Länge erreicht haben oder längere Zeit nicht mehr gezogen wird. Dies liegt an einer technischen Vorgabe, die seit 2011 in der Europäischen Union gilt.

Zigaretten mit sogenannter LIP-Technologie (Low Ignition Propensity) sind mit ringförmigen Zonen im Papier versehen. Diese Zonen verringern den Sauerstoffdurchfluss und unterbrechen den Abbrand, sobald keine Inhalation mehr erfolgt. Die Regelung dient dem vorbeugenden Brandschutz und ist Bestandteil der europäischen Tabakproduktstandards.


Wege zur Reduzierung oder Beendigung des Rauchens

Personen, die ihren Tabakkonsum verringern oder beenden möchten, können auf unterschiedliche Unterstützungsangebote zurückgreifen. Dazu zählen medizinisch anerkannte Entwöhnungsprogramme, Verhaltenstherapien sowie in Apotheken erhältliche Präparate zur Raucherentwöhnung. Die Wirksamkeit dieser Maßnahmen kann individuell variieren. Beratungsangebote und Informationsdienste, etwa von Krankenkassen oder Gesundheitsbehörden, bieten weitere Hilfsmöglichkeiten für den Rauchstopp.

Nikotin- und Teergehalt in verschiedenen Zigarettenarten

Der Nikotin- und Teergehalt von Zigaretten unterscheidet sich je nach Marke, Tabakmischung und Produktionsverfahren. Unterschiede zwischen einzelnen Produkten ergeben sich vor allem durch den Aufbau der Zigarette, die Art des Filters sowie die Beschaffenheit des verwendeten Tabaks. Begriffe wie „light“ oder „mild“ sind in der Europäischen Union nicht mehr zulässig, da sie eine geringere Gesundheitsgefährdung suggerieren könnten.

„Zigaretten-Impressionen"

Impressionen


Einige Zahlen und Fakten über das Rauchen

Laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) lag der Anteil der Rauchenden in Deutschland zuletzt bei rund 28 Prozent der Bevölkerung über 15 Jahren. Bis zum Jahr 2025 wird ein Rückgang auf etwa 23 Prozent erwartet.

Die WHO definiert Personen, die mehr als 20 Zigaretten pro Tag konsumieren, als „starke Raucherinnen und Raucher“. In Deutschland ist der Anteil in dieser Gruppe im europäischen Vergleich überdurchschnittlich hoch.

Zwischen den Bundesländern bestehen deutliche Unterschiede: In Mecklenburg-Vorpommern ist der Raucheranteil am höchsten, während Bayern die niedrigste Quote aufweist.

Im Jahr 2019 beliefen sich die Ausgaben für Tabakwaren in Deutschland auf etwa 27,4 Milliarden Euro. Diese Zahl verdeutlicht die wirtschaftliche Bedeutung des Tabaksektors im deutschen Einzelhandel.

Rauchen zeigt zudem geschlechtsspezifische Unterschiede: Männer rauchen häufiger in der Altersgruppe von 30 bis 39 Jahren, Frauen am häufigsten zwischen 50 und 59 Jahren.

Eine kulturgeschichtliche Randnotiz: Die Comicfigur Lucky Luke ersetzte im Jahr 1983 ihre Zigarette durch einen Grashalm. Ebenfalls bemerkenswert: Die ersten Marlboro-Zigaretten wurden ursprünglich mit rosafarbenen Filtern angeboten, um Lippenstiftspuren zu kaschieren.


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Bildnachweise

"Impressionen": AdobeStock_301793785 ©Olexandr (1) und AdobeStock_246425740 ©methaphum (1)о