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Zigaretten

Von der Tabakmischung über den Filter bis zur fertigen Packung: Diese Seite erklärt Aufbau, Herstellung, Formate und gesetzliche Rahmenbedingungen von Zigaretten sowie die wichtigsten Merkmale im Überblick. WEITERLESEN

Zigaretten

Aufbau, Herstellung, Formate und rechtlicher Rahmen in Deutschland

Die Zigarette ist ein industriell gefertigtes Tabakerzeugnis. Sie besteht aus einem Strang geschnittenen Tabaks, der von Zigarettenpapier umhüllt wird und in den meisten Fällen durch einen Filter am Mundstück ergänzt ist. Trotz dieses einheitlichen Grundaufbaus unterscheiden sich Zigaretten unter anderem in ihrer Tabakmischung, ihrer Länge und ihrem Durchmesser, der Bauart des Filters sowie den Eigenschaften des verwendeten Papiers.

Auf dieser Seite erfahren Sie, wie eine Zigarette aufgebaut ist, welche Tabaksorten für die Herstellung verwendet werden, wie der Produktionsprozess abläuft und welche Formate im Handel erhältlich sind. Außerdem erhalten Sie einen Überblick über den rechtlichen Rahmen in Deutschland, die Entwicklung des deutschen Zigarettenmarktes sowie die wichtigsten Unterschiede zu verwandten Produktkategorien.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Eine Zigarette besteht aus Tabakstrang, Zigarettenpapier, Filter, Mundstückbelag und Leimnaht.
  • Für die Tabakmischung werden überwiegend Virginia-, Burley- und Orienttabak in unterschiedlichen Anteilen kombiniert.
  • Die Herstellung umfasst die Aufbereitung des Tabaks sowie die maschinelle Fertigung bis zur fertigen Packung.
  • Zu den gebräuchlichsten Formaten gehören King Size, 100er-Längen und Slim-Varianten.
  • Filter bestehen meist aus Celluloseacetat und unterscheiden sich unter anderem in Länge, Ventilation und Zugwiderstand.
  • Der Verkauf von Zigaretten erfolgt ausschließlich an volljährige Personen. Jede Packung trägt ein Steuerzeichen als Nachweis der Versteuerung.
  • Im Jahr 2025 wurden in Deutschland rund 66,4 Milliarden Zigaretten versteuert.

Inhaltsverzeichnis

Aufbau einer Zigarette

Welche Bestandteile eine moderne Filterzigarette besitzt.

Eine industriell gefertigte Filterzigarette besteht aus wenigen, klar definierten Bauteilen. Erst das Zusammenspiel dieser Komponenten bestimmt Eigenschaften wie Zugwiderstand, Abbrandgeschwindigkeit und die konstruktive Ausführung des Produkts.

Aufbau einer Filterzigarette

Infografik: Aufbau einer Filterzigarette(mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell bearbeitet)

Hersteller variieren vor allem die Tabakmischung, die Eigenschaften des Zigarettenpapiers, die Länge des Filters sowie den Ventilationsgrad. Dadurch entstehen unterschiedliche Produktvarianten innerhalb einer Marke oder Produktlinie.

Geschichte der Zigarette

Von den ersten Tabakpflanzen in Europa bis zur industriellen Massenproduktion.

Tabak kommt nach Europa

Tabak gelangte im 16. Jahrhundert durch spanische und portugiesische Seefahrer nach Europa. Zu den frühen schriftlichen Zeugnissen zählt ein Bericht des französischen Reisenden André Thevet aus dem Jahr 1556 über den Tabakgebrauch bei indigenen Völkern Amerikas. In Europa wurde Tabak zunächst überwiegend in Pfeifen geraucht oder als Schnupftabak verwendet.

Die Entstehung der modernen Zigarette

Die heute bekannte Zigarette entwickelte sich im 19. Jahrhundert. Um 1850 entstanden in Spanien und Frankreich die ersten Zigarettenfabriken. In Deutschland begann die industrielle Herstellung wenig später, wobei Dresden über viele Jahrzehnte als bedeutender Standort der deutschen Zigarettenproduktion galt.

Einen wesentlichen Entwicklungsschritt stellte die Mechanisierung dar. Mit den ersten Zigarettenmaschinen ab den 1880er-Jahren konnte die Produktion erheblich gesteigert werden. Nach dem Ersten Weltkrieg etablierten sich international tätige Tabakunternehmen, deren Marken das Marktbild bis heute prägen.

Filter und Standardisierung

Filterzigaretten wurden bereits in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelt. Nach verbreiteter Darstellung wurde 1934 in Dresden die erste maschinell gefertigte Filterzigarette produziert. Breite Marktakzeptanz erreichte diese Bauart jedoch erst in den 1950er- und 1960er-Jahren. Parallel dazu entwickelten sich standardisierte Längen, Durchmesser und Packungsgrößen, die den Zigarettenmarkt bis heute prägen.

Tabaksorten und Mischungen

Die meisten Zigaretten bestehen aus mehreren Tabaksorten.

Für die Herstellung moderner Zigaretten wird in der Regel nicht nur eine einzelne Tabaksorte verwendet. Stattdessen kombinieren die Hersteller verschiedene Sorten zu sogenannten Blends. Die Zusammensetzung beeinflusst Eigenschaften wie Blattstruktur, Verarbeitung und den Charakter der jeweiligen Mischung.

Tabaksorte Trocknung und Herkunft Typische Merkmale
Virginia Heißluftgetrocknet (Flue Cured), weltweiter Anbau Heller Blattton, hoher Zuckeranteil im Rohblatt
Burley Luftgetrocknet (Air Cured), vor allem USA, Afrika und Südamerika Dunkler Blattton, geringer Zuckeranteil, hohe Aufnahmefähigkeit für Casing
Orienttabak Sonnengetrocknet (Sun Cured), östlicher Mittelmeerraum Kleinblättrig, aromatisch, überwiegend als Beimischung verwendet

Aus diesen Sorten entstehen die heute gebräuchlichen Blendtypen. Besonders verbreitet ist der American Blend, der Virginia-, Burley- und Orienttabak miteinander kombiniert. Daneben gibt es Virginia-Blends, die überwiegend oder ausschließlich auf Virginiatabaken basieren. Einige Hersteller ergänzen ihre Mischungen um regionale Tabaksorten.

Gut zu wissen

Die genaue Zusammensetzung einer Tabakmischung gehört zu den Betriebsgeheimnissen der Hersteller. Ziel ist es, die Eigenschaften eines Produkts trotz natürlicher Unterschiede der Rohtabake möglichst konstant zu halten.

Herstellung von Zigaretten

Von der Aufbereitung des Rohtabaks bis zur fertigen Packung.

Die industrielle Herstellung von Zigaretten gliedert sich in zwei Hauptbereiche: die Aufbereitung des Rohtabaks und die anschließende maschinelle Fertigung. Beide Prozesse laufen heute weitgehend automatisiert und werden kontinuierlich überwacht.

Aufbereitung des Tabaks

Bevor eine Zigarette gefertigt werden kann, wird der angelieferte Rohtabak in mehreren aufeinander abgestimmten Arbeitsschritten vorbereitet. Ziel ist es, eine gleichmäßige Verarbeitung sowie eine konstante Qualität der späteren Tabakmischung sicherzustellen.

Die wichtigsten Schritte der Tabakaufbereitung
  • Entrippen: Entfernen der Mittelrippe, um ein gleichmäßiges Schnittbild zu erhalten.
  • Fermentation: Unter kontrollierten Bedingungen verändern sich Bestandteile des Tabaks über mehrere Wochen.
  • Konditionierung: Einstellung eines definierten Feuchtegehalts für die weitere Verarbeitung.
  • Soßierung und Casing: Je nach Rezeptur werden Bestandteile ergänzt, die unter anderem den Feuchtehaushalt der Mischung beeinflussen.
  • Blending: Zusammenführen der vorbereiteten Tabaksorten entsprechend der jeweiligen Rezeptur.

Der Produktionsprozess

Nach der Tabakaufbereitung beginnt die eigentliche Fertigung. Moderne Produktionsanlagen stellen mehrere tausend Zigaretten pro Minute her. Dabei wird jeder Arbeitsschritt automatisch überwacht.

Vom Rohtabak zur fertigen Zigarettenpackung

Infografik: Vom Rohtabak zur fertigen Packung (mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell bearbeitet)


Formate und Bauarten

Zigaretten unterscheiden sich in Länge, Durchmesser und Verpackungsform.

Im Handel sind verschiedene Formate erhältlich. Die Bezeichnungen sind branchenüblich, die exakten Maße können jedoch je nach Hersteller leicht variieren.

Format Gesamtlänge (ca.) Besonderheit
Regular / Kurzformat ca. 70 mm Heute nur noch vereinzelt erhältlich.
King Size 83–85 mm Das in Deutschland am weitesten verbreitete Format.
100er 99–100 mm Längere Ausführung, teilweise mit geringerem Durchmesser.
Longs / Überlängen bis etwa 120 mm Nischenformat.
Slim / Super Slim formatabhängig Reduzierter Durchmesser gegenüber Standardformaten.

Neben der Länge unterscheiden sich Zigaretten auch in der Verpackungsart. Verbreitet sind Klappschachteln (Hardpacks) und Weichpackungen (Softpacks). Standardpackungen enthalten in Deutschland mindestens 20 Zigaretten; daneben sind größere Packungsgrößen erhältlich. Zehn Packungen bilden eine Stange.

Der Zigarettenfilter

Aufbau und konstruktive Unterschiede moderner Filter.

Der Filter befindet sich am Mundstück der Zigarette und besteht in den meisten Fällen aus Celluloseacetat, einem zu Fasern versponnenen Zellstoffderivat. Die Fasern werden zu einem Strang gebündelt, verfestigt und anschließend auf die gewünschte Länge zugeschnitten.

Je nach Produkt unterscheiden sich Filter unter anderem hinsichtlich ihrer Länge, Faserdichte, Ventilation und Bauart. Neben einfachen Acetatfiltern existieren mehrteilige Konstruktionen, beispielsweise mit Aktivkohleeinlage oder Hohlkammer. Filterlose Zigaretten sind weiterhin erhältlich, machen heute jedoch nur einen kleinen Teil des Sortiments aus.

Zigarettenpapier und Selbstverlöschung

Das Zigarettenpapier beeinflusst den Abbrand und erfüllt heute zusätzliche Sicherheitsanforderungen.

Zigarettenpapier dient nicht nur als Hülle des Tabakstrangs. Seine Porosität bestimmt mit, wie viel Sauerstoff während des Abbrands zur Glut gelangt und beeinflusst damit die Abbrandgeschwindigkeit. Auch Flächengewicht und weitere Materialeigenschaften werden auf die jeweilige Tabakmischung abgestimmt.

Selbstverlöschende Zigaretten

Seit November 2011 gelten in der Europäischen Union Anforderungen zur sogenannten verringerten Zündneigung (Low Ignition Propensity – LIP). Hierfür besitzt das Zigarettenpapier ringförmige Bereiche mit reduzierter Porosität. Wird an einer Zigarette nicht gezogen, kann der Abbrand an diesen Stellen zum Stillstand kommen.

Was auf der Packung steht

Verpflichtende Angaben auf einer Zigarettenpackung.

Der Informationsgehalt einer Zigarettenpackung ist innerhalb der Europäischen Union weitgehend gesetzlich geregelt. Neben Marken- und Produktbezeichnung finden sich unter anderem die Stückzahl, vorgeschriebene Warnhinweise, bildliche Warnhinweise, ein Rückverfolgbarkeitscode sowie das Steuerzeichen.

Nicht mehr zulässig sind Angaben zu Teer-, Nikotin- und Kohlenmonoxidwerten auf der Packung. Ebenso dürfen Bezeichnungen wie „light“, „mild“ oder vergleichbare Zusätze nicht mehr verwendet werden.

Rechtlicher Rahmen in Deutschland

Für Herstellung, Vertrieb und Verkauf gelten umfangreiche gesetzliche Vorgaben.

Zigaretten zählen zu den Tabakerzeugnissen und unterliegen in Deutschland verschiedenen gesetzlichen Regelungen. Für Verbraucher und Handel sind insbesondere Jugendschutz, Packungsgrößen, Steuerkennzeichnung und Werbebeschränkungen von Bedeutung.

Wichtige Vorgaben im Überblick

  • Abgabe ausschließlich an volljährige Personen.
  • Mindestpackungsgröße von 20 Zigaretten.
  • Jede Packung trägt ein amtliches Steuerzeichen.
  • Für Tabakerzeugnisse gelten umfangreiche Werbebeschränkungen.

Der deutsche Markt in Zahlen

Aktuelle Kennzahlen zum deutschen Zigarettenmarkt.

Die folgenden Angaben beruhen auf veröffentlichten Daten des Statistischen Bundesamtes und zeigen ausgewählte Kennzahlen zum deutschen Zigarettenmarkt.

Kennzahl Wert Vergleich
Versteuerte Zigaretten 66,4 Milliarden Stück (2025) 146,5 Milliarden Stück (1991)
Pro-Kopf-Verbrauch 795 Stück (2025) 1.831 Stück (1991)
Versteuerter Feinschnitt 24.864 Tonnen (2025) 25.152 Tonnen (2024)
Zigarren und Zigarillos 2,1 Milliarden Stück (2025) 2,3 Milliarden Stück (2024)

Zigarettenabsatz in Deutschland seit 1991

Infografik: Zigarettenabsatz in Deutschland seit 1991 (mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell bearbeitet)


Im langfristigen Vergleich hat sich die Zahl der in Deutschland versteuerten Zigaretten gegenüber 1991 deutlich verringert. Die jährlich veröffentlichten Kennzahlen des Statistischen Bundesamtes dienen als wichtige Grundlage zur Beobachtung der Marktentwicklung.

Abgrenzung zu benachbarten Kategorien

Nicht alle rauch- oder nikotinhaltigen Produkte zählen zur Kategorie Zigaretten.

  • Feinschnitt und Stopftabak: loser Tabak zum Drehen oder Stopfen.
  • Zigarren und Zigarillos: Tabakerzeugnisse mit Tabakdeckblatt.
  • Tabakerhitzer: Produkte zur Erwärmung von Tabaksticks.
  • E-Zigaretten: erzeugen ein Aerosol und enthalten keinen Tabakstrang.
  • Tabakersatz: rauchbare pflanzliche Mischungen ohne Bestandteile der Tabakpflanze.

Marken und Sortimentsstruktur

Orientierung innerhalb des deutschen Zigarettensortiments.

Der deutsche Markt umfasst zahlreiche dauerhaft verfügbare Marken verschiedener Hersteller. Innerhalb einer Marke unterscheiden sich die einzelnen Produktlinien beispielsweise hinsichtlich Blendtyp, Format, Filterbauart oder Packungsgröße. Da Sortimente regelmäßig angepasst werden, können einzelne Varianten hinzukommen oder entfallen.

Für einen sachlichen Vergleich bieten sich insbesondere Blendtyp, Format, Packungsgröße und Grundpreis je Stück an.


Häufige Fragen zu Zigaretten

Woraus besteht eine Zigarette?

Aus Tabakstrang, Zigarettenpapier, Filter, Mundstückbelag und Leimnaht.

Was bedeutet American Blend?

Eine Mischung aus Virginia-, Burley- und Orienttabak, die in Deutschland weit verbreitet ist.

Warum stehen keine Teer- und Nikotinwerte mehr auf der Packung?

Diese Angaben sind auf Zigarettenpackungen innerhalb der Europäischen Union nicht mehr zulässig.

Warum gehen manche Zigaretten von selbst aus?

Das Zigarettenpapier besitzt Bereiche mit verringerter Porosität, wodurch der Abbrand unter bestimmten Bedingungen unterbrochen werden kann.

Woraus besteht ein Zigarettenfilter?

Üblicherweise aus Celluloseacetat; je nach Bauart können weitere Elemente wie Aktivkohle integriert sein.

Ab welchem Alter dürfen Zigaretten verkauft werden?

Die Abgabe erfolgt ausschließlich an volljährige Personen.


Quellen

  • Statistisches Bundesamt (Destatis)
  • Tabakerzeugnisgesetz (TabakerzG)
  • Tabakerzeugnisverordnung (TabakerzV)
  • Tabaksteuergesetz (TabStG)
  • Richtlinie 2014/40/EU
  • Produkt- und Verpackungsangaben der Hersteller

Bildquellen

  • Eigene Infografik: Aufbau einer Filterzigarette
  • Eigene Infografik: Vom Rohtabak zur fertigen Packung
  • Eigene Infografik: Zigarettenabsatz in Deutschland seit 1991

Autor

Carsten Klügl

Fachliche Redaktion: Tabakguru
Stand: August 2026