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Zigarrenblüte erkennen und unterscheiden

Wer Zigarren im Humidor lagert, stößt früher oder später auf einen weißen Belag: die sogenannte Zigarrenblüte. Auf den ersten Blick erinnert sie an Schimmel – tatsächlich handelt es sich in den meisten Fällen um ein natürliches und harmloses Phänomen. Für Aficionados gilt sie sogar als Zeichen für optimale Zigarrenlagerung und eine gelungene Reifung.

INHALTSVERZEICHNIS

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Typische Zigarrenblüten


Was ist Zigarrenblüte?

Die Zigarrenblüte (engl. plume oder bloom) ist ein kristalliner Film, der sich auf der Oberfläche der Zigarre bildet. Ursache sind Öle und Mineralien aus dem Tabak, die bei stabilen Lagerbedingungen an die Oberfläche treten und dort auskristallisieren. Der Belag ist trocken, fein und lässt sich leicht entfernen – ein Hinweis darauf, dass die Zigarren im Humidor gut reifen.

Zigarrenblüte oder Schimmel?

Da Zigarrenblüte leicht mit Schimmel verwechselt wird, helfen folgende Merkmale bei der Unterscheidung: 
  • Farbe: Blüte ist weißlich oder silbrig, Schimmel kann auch grün, blau oder schwarz erscheinen.
  • Struktur: Blüte wirkt trocken und pudrig, Schimmel ist faserig, pelzig oder feucht.
  • Geruch: Blüte riecht neutral oder tabakeigen, Schimmel muffig und modrig.
  • Entfernung: Blüte lässt sich mit einem Tuch oder Pinsel abwischen, Schimmel dringt ins Deckblatt ein.
  • Auftreten: Blüte zeigt sich selten und nur bei guter Lagerung, Schimmel meist bei zu hoher Luftfeuchtigkeit. 

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Zigarrenblüte (links) versus Schimmel (rechts)


👉 Tipp: Wer unsicher ist, sollte die betroffene Zigarre genau prüfen. Im Zweifel gilt: lieber vorsichtig entsorgen als riskieren, Schimmel zu rauchen.

Wie entsteht Zigarrenblüte?

Die Bildung hängt von drei Faktoren ab:
  • Luftfeuchtigkeit im Humidor: Ideal sind 65–70 %.
  • Temperatur: Optimal sind 18–21 °C.
  • Zeit: Blüte zeigt sich meist erst nach mehreren Monaten oder Jahren der Reifung.
Unter diesen Bedingungen bewegen sich die natürlichen Öle aus dem fermentierten Tabak langsam nach außen und kristallisieren dort.

Ist Zigarrenblüte ein Qualitätsmerkmal?

Zigarrenblüte gilt nicht als direkter Nachweis für Qualität, zeigt aber: Die Zigarre wurde gut fermentiert und korrekt gelagert. Schlechtere Ware entwickelt selten Blüte, sondern trocknet aus oder schimmelt. Viele Aficionados sehen die Blüte daher als positives Signal – auch wenn sie den Geschmack nicht unmittelbar beeinflusst.

Umgang mit Zigarrenblüte im Humidor

Wenn sich Zigarrenblüte bildet, ist das kein Grund zur Sorge. So gehst du vor: 
  1. Sanft entfernen – mit trockenem Tuch oder Pinsel. 
  2. Lagerbedingungen prüfen – Temperatur und Luftfeuchtigkeit stabil halten. 
  3. Regelmäßige Kontrolle – um echten Schimmel rechtzeitig zu erkennen.
  4. Nachreife zulassen – Zigarren nach dem Abwischen einige Tage im Humidor ruhen lassen.

Fazit

Zigarrenblüte als Zeichen guter Lagerung Zigarrenblüte ist ein seltenes, aber positives Phänomen. Sie zeigt, dass Tabak lebt und sich entwickelt – ähnlich wie ein Wein im Keller oder Käse im Reiferaum. In einem gut gepflegten Humidor ist die Blüte kein Makel, sondern ein sichtbarer Beleg für eine gelungene Reifung und ein funktionierendes Lagerklima.