Was ist ein Tabakerhitzer?
Tabak erhitzen statt verbrennen – einfach erklärt.
ca. 8 Minuten
August 2026
Tabakerhitzer
Das Wichtigste auf einen Blick
- Ein Tabakerhitzer ist ein elektronisches Gerät, das speziellen Tabak auf hohe Temperaturen erhitzt, ohne ihn zu verbrennen.
- Dabei entsteht ein Aerosol aus Tabakbestandteilen, Wasser und Zusatzstoffen, das eingeatmet wird; es handelt sich nicht um klassischen Zigarettenrauch.
- Für Tabakerhitzer gelten Altersgrenzen, Steuerpflicht und Werbebeschränkungen.
- Sie unterscheiden sich sowohl von herkömmlichen Zigaretten (Verbrennung, Rauch, Asche) als auch von E Zigaretten (kein Liquid, sondern Tabaksticks).
- Tabakerhitzer sind nicht für Kinder und Jugendliche vorgesehen.
Inhaltsverzeichnis
- Definition
- Der technische Aufbau
- Offene vs. geschlossene Systeme
- Handhabung
- Gesetzliche Regelungen
- Inhaltsstoffe
- Vergleich mit E Zigaretten
- FAQ
Tabakkonzerne vermarkten Tabakerhitzer bereits seit einigen Jahren als eigene Geräteklasse neben Zigaretten und E Zigaretten. In der Öffentlichkeit werden seitdem diese oder ähnliche Fragen diskutiert: Was genau leisten diese Geräte technisch, wie werden sie rechtlich eingeordnet, welche Stoffe sind beteiligt und worin unterscheiden sie sich von anderen Nikotinprodukten?
Definition: Was ist ein Tabakerhitzer?
Tabak erhitzen statt verbrennen – einfach erklärt.
Ein Tabakerhitzer – im Fachjargon Heat not Burn Device (HnB) oder Heated Tobacco Product (HTP) – ist ein elektronisches Konsumgerät, das speziell aufbereiteten Tabak auf eine Temperatur unterhalb der Verbrennungsschwelle erhitzt.
Anders als bei der klassischen Zigarette, bei der der Tabak bei 600 bis 900 °C verglüht, arbeitet ein Tabakerhitzer typischerweise in einem Temperaturfenster von 240 °C bis 350 °C. In diesem Bereich werden die Aromastoffe, das Nikotin und die zugesetzten Feuchthaltemittel (in der Regel Glycerin oder Propylenglykol) verdampft, ohne dass eine offene Pyrolyse oder Verbrennung stattfindet. Das Resultat ist ein Aerosol – kein Rauch im chemischen Sinne – das inhaliert wird.
Die Geräte sind in der Regel akkubetrieben und verfügen über eine Heizeinheit und eine Sensorik zur Temperatursteuerung. Die Steuerung funktioniert über Tasten und LED Anzeigen.
Tabakerhitzer sind damit klar von klassischen Zigaretten und E Zigaretten zu unterscheiden. Es wird weder Tabak verbrannt noch eine nikotinhaltige Flüssigkeit verdampft.
Infografik: So funktioniert ein Tabakerhitzer
Der technische Aufbau
Im Kern jedes Tabakerhitzers steckt ein Heizelement, das je nach Hersteller unterschiedlich ausgeführt ist. Frühe Generationen, etwa die ersten IQOS Modelle von Philip Morris, arbeiteten mit einer keramikbeschichteten Heizklinge aus Platin und Gold, die in den Tabakstick eingeführt wurde und diesen von innen erhitzte.
Neuere Geräte wie das IQOS Iluma setzen auf ein induktives Verfahren: Im Tabakstick selbst ist ein sogenannter Susceptor – ein metallisches Plättchen – integriert, das durch ein elektromagnetisches Wechselfeld der Gerätespule erwärmt wird.
Der Vorteil dieses Prinzips liegt darin, dass das Gerät selbst nicht mit dem Tabak in direktem Kontakt steht, was Rückstände und Reinigungsaufwand nahezu eliminiert. Produkte wie Glo von British American Tobacco nutzen hingegen ein umschließendes Heizverfahren, bei dem der Tabakstick von außen durch eine Heizkammer erwärmt wird.
Ergänzt wird das Heizmodul durch einen Lithium Ionen Akku, eine Steuerelektronik mit Temperaturregelung (meist über einen NTC oder PTC Sensor mit Regelkreis), sowie ein Ladecase oder eine Ladebasis.
Die Sessions sind zeit oder zuggesteuert und dauern üblicherweise vier bis sechs Minuten oder umfassen etwa zehn bis 14 Züge.
Infografik: Aufbau eines Tabakerhitzers
Offene vs. geschlossene Systeme
Geschlossene Systeme sind proprietäre Plattformen, bei denen das Gerät ausschließlich mit den herstellereigenen, vorportionierten Tabaksticks funktioniert. IQOS mit den Terea beziehungsweise Heets Sticks, Glo mit den Neo oder Veo Sticks und Ploom von Japan Tobacco International mit den Evo Sticks fallen in diese Kategorie.
Der Tabak ist in einem Papierhülsen Format ähnlich einer Mini Zigarette konfektioniert und enthält eine präzise dosierte Menge an rekonstituiertem Tabak, also aus Tabakblattfragmenten, Wasser, Bindemitteln und Glycerin hergestellte Tabakfolie. Diese Verarbeitung ist notwendig, weil klassischer Schnitttabak bei diesen Temperaturen nicht effizient aerosolisiert. Der Vorteil geschlossener Systeme ist die abgestimmte Temperaturführung, ein Nachteil könnte die Herstellerbindung sein.
Offene Systeme, manchmal auch als „Loose Leaf Heaters“ bezeichnet, erlauben das Befüllen einer Heizkammer mit losem Tabak. Geräte wie der Ploom Pax in seinen früheren Ausführungen, der DynaVap M oder verschiedene Modelle aus dem Cannabis Vaporizer Umfeld, die auch für Tabak nutzbar sind, gehören hierzu.
Diese Systeme bieten Temperaturvariabilität, häufig stufenlos oder in Abstufungen zwischen etwa 180 °C und 230 °C, und geben dem Anwender Kontrolle über Zugcharakteristik und Aromaentfaltung. Der Nachteil ist ein höherer Reinigungs und Wartungsaufwand, da Tabakrückstände in der Kammer verbleiben und regelmäßig entfernt werden müssen.

Infografik: Vergleich von Tabakerhitzer, Zigarette und E Zigarette
Funktion: Die Handhabung im Detail
Bei einem geschlossenen System vom Typ IQOS gestaltet sich der Ablauf wie folgt:
- Der Halter wird aus dem Ladecase entnommen, sobald die LED Anzeige den Ladezustand als ausreichend signalisiert.
- Der Tabakstick wird bis zur markierten Linie in die Heizkammer eingeführt, nicht darüber hinaus, da sonst der Susceptor beziehungsweise die Heizklinge beschädigt oder der Stick unvollständig erhitzt wird.
- Nach dem Drücken der Start Taste durchläuft das Gerät eine Preheat Phase von etwa 20 Sekunden, in der das Heizelement auf Zieltemperatur gebracht wird. Ein Vibrationssignal und die LED zeigen die Konsumbereitschaft an.
- Während der Session wird kurz vor Ablauf, meist beim vorletzten Zug, erneut ein haptisches Signal gegeben.
- Nach Sessionende wird der Stick vorsichtig entnommen. Bei Klingen Systemen erst nach Abkühlung, um Bruch zu vermeiden. Bei induktiven Systemen wie Iluma entfällt diese Vorsicht weitgehend.
Die Reinigung erfolgt bei Klingen Systemen regelmäßig mit den mitgelieferten Bürsten oder Reinigungssticks, um Karamellisierungsrückstände zu entfernen.
Bei einem offenen System ist die Vorbereitung aufwendiger:
- Der Tabak wird gemahlen, idealerweise mit einem Grinder auf mittlere Körnung, und locker in die Heizkammer gefüllt, ohne zu stark zu verdichten, da sonst der Luftzug behindert wird.
- Die Zieltemperatur wird über das Bedienelement gewählt. Niedrigere Temperaturen um 180 bis 190 °C liefern aromabetonte, dünnere Aerosole, höhere Temperaturen um 210 bis 225 °C produzieren dichtere Züge mit stärkerer Nikotinausbeute, jedoch auf Kosten der Geschmacksdifferenzierung.
- Nach einer Aufheizphase, die je nach Gerät zwischen 20 und 60 Sekunden variiert, wird gleichmäßig und mit moderatem Zugvolumen inhaliert.
Zu schnelles Ziehen kühlt die Kammer aus und beeinträchtigt die Aerosolbildung. Nach der Session muss die Kammer geleert werden, sobald sie abgekühlt ist. Wir empfehlen eine regelmäßige Reinigung mit Isopropylalkohol und einer feinen Bürste.
Die technische Steuerung soll vor allem sicherstellen, dass das System im vorgesehenen Temperaturfenster bleibt und der Tabak nicht in offene Verbrennung übergeht.
Welche gesetzlichen Rahmenbedingungen gelten?
Tabakerhitzer fallen in der EU unter die Tabakproduktrichtlinie (TPD, 2014/40/EU) und werden regulatorisch als Tabakerzeugnisse behandelt, nicht als E Zigaretten. Das ist ein wichtiger Unterschied, weil E Zigaretten mit nikotinhaltigen Liquids eigenen Regelungen unterliegen. Daraus ergeben sich mehrere Konsequenzen:
Altersbeschränkung
Tabakerhitzer dürfen nicht an Personen unter 18 Jahren verkauft werden. Sie fallen damit unter die allgemeinen Jugendschutzbestimmungen für Tabakwaren und verwandte Produkte. In einigen Bundesländern werden Tabakerhitzer zusätzlich in Nichtraucherschutzgesetze einbezogen, was den Gebrauch in bestimmten Innenräumen oder öffentlichen Einrichtungen einschränkt.
Steuerliche Behandlung
Tabakerhitzer unterliegen in Deutschland der Tabaksteuer. Die konkrete steuerliche Einordnung hängt von der Produktart ab, bewegt sich aber im Rahmen der Regelungen für Tabakprodukte. Für Verbraucher hat das zur Folge, dass Verkaufspreise sowohl die Produkt als auch die Steuerkomponente enthalten.
Werbe und Kennzeichnungspflichten
Mit Änderungen des Tabakerzeugnisrechts wurden Tabakerhitzer schrittweise an Zigaretten und andere Tabakerzeugnisse angeglichen. Das betrifft unter anderem:
- Warnhinweise: Tabakerhitzer Verpackungen müssen Text Bild Warnhinweise tragen, ähnlich wie klassische Tabakprodukte.
- Aromaregeln: Verbote von charakteristischen Aromen und Aromastoffen, die bereits für Zigaretten gelten, wurden auf Tabakerhitzer ausgeweitet.
- Werbeschranken: Außenwerbung und bestimmte Formen von Kinowerbung sind für Tabakerzeugnisse, E Zigaretten und Tabakerhitzer stark eingeschränkt oder untersagt.
Die rechtlichen Bedingungen können sich ändern. Informationen dazu gibt es bei Bundesbehörden und Fachstellen.
Welche Inhaltsstoffe sind enthalten?
Die Zusammensetzung der Emissionen von Tabakerhitzern ist Gegenstand laufender Forschung. Grob lassen sich drei Bereiche unterscheiden:
1. Tabakbestandteile
Die Sticks enthalten verarbeiteten Tabak, aus dem bei Erwärmung Nikotin und zahlreiche organische Verbindungen in das Aerosol übergehen.
2. Feuchthaltemittel und Trägerstoffe
Häufig eingesetzte Substanzen sind Glyzerin und Propylenglykol. Sie unterstützen die Aerosolbildung und transportieren Nikotin sowie Aromakomponenten.
3. Weitere chemische Verbindungen
Analysen zeigen, dass im Aerosol von Tabakerhitzern neben den bekannten tabakspezifischen Verbindungen auch weitere Chemikalien vorkommen.
Unabhängige Einrichtungen wie das Deutsche Krebsforschungszentrum und der Krebsinformationsdienst weisen darauf hin, dass Tabakerhitzer Emissionen Nikotin enthalten.
Unterschiede: Tabakerhitzer und E Zigaretten
Tabakerhitzer werden oft in einem Atemzug mit E Zigaretten genannt, sind aber technisch und rechtlich eigenständig:
| Merkmal | Tabakerhitzer | E Zigarette |
|---|---|---|
| Materialbasis | erhitzen echten Tabak in Form spezieller Sticks. | verdampfen Liquids, also Flüssigkeiten mit Propylenglykol, Glyzerin, Aromen und optional Nikotin. |
| Aerosolquelle | Aerosol entsteht aus erhitztem Tabak plus zugesetzten Feuchthaltemitteln. | Aerosol entsteht primär aus dem Liquid. Tabak ist kein Bestandteil. |
| Geräteaufbau | Elektronisches Gerät mit Akku und Heizelement, Nachfüllung über Tabaksticks. | Elektronisches Gerät mit Akku und Heizelement, Nachfüllung über Tanks oder Pods. |
| Rechtliche Einstufung | Fällt unter das Tabak und Nichtraucherschutzrecht mit spezifischen Regelungen. | Fällt ebenfalls unter das Tabak und Nichtraucherschutzrecht mit produktspezifischen Vorgaben. |
Auch hier gilt: Die Unterschiede sind sachlich technikbezogen und treffen keine Aussage über individuelle Vor oder Nachteile.
Tabakerhitzer gehören nicht in Kinderhände
Tabakerhitzer sind Tabakprodukte und unterliegen daher Altersbeschränkungen. Kinder und Jugendliche sollen keinen Zugang zu Tabakerzeugnissen haben. Das gilt für Zigaretten, E Zigaretten und Tabakerhitzer gleichermaßen.
Neben der gesetzlichen Verkaufsbeschränkung spielt auch der Umgang im häuslichen Umfeld eine Rolle. Geräte und Tabaksticks sollten so aufbewahrt werden, dass Minderjährige sie nicht versehentlich oder aus Neugier in die Hände bekommen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist ein Tabakerhitzer in einfachen Worten?
Ein Tabakerhitzer ist ein elektronisches Gerät, das speziellen Tabak erhitzt, damit ein inhalierbares Aerosol entsteht. Der Tabak wird dabei nicht verbrannt, sondern auf hohe Temperaturen gebracht.
Unterscheidet sich der Dampf eines Tabakerhitzers von Zigarettenrauch?
Ja. Die chemische Zusammensetzung der Emissionen ist unterschiedlich, enthält aber in beiden Fällen Nikotin und weitere Stoffe.
Sind Tabakerhitzer rechtlich wie Zigaretten geregelt?
In Bezug auf Altersbeschränkung, Steuer, Warnhinweise und Werbeverbote werden Tabakerhitzer in Deutschland in wesentlichen Punkten Zigaretten und anderen Tabakerzeugnissen gleichgestellt.
Welche Inhaltsstoffe sind in Tabakerhitzer Emissionen nachweisbar?
Analysen zeigen Nikotin, Tabakbestandteile, Feuchthaltemittel wie Glyzerin und Propylenglykol sowie weitere organische Verbindungen und Zersetzungsprodukte.
Sind Tabakerhitzer für Kinder und Jugendliche erlaubt?
Nein. Tabakerhitzer dürfen nicht an Personen unter 18 Jahren abgegeben werden und gehören nicht in die Hände von Minderjährigen.
Quellen
- Tabakproduktrichtlinie der Europäischen Union (2014/40/EU)
- Tabakerzeugnisgesetz (TabakerzG)
- Tabakerzeugnisverordnung (TabakerzV)
- Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)
- Krebsinformationsdienst
- Bundesministerium für Gesundheit
Bildquellen
- Adobe Stock – Headerbild
- Eigene Infografik: So funktioniert ein Tabakerhitzer
- Eigene Infografik: Tabakerhitzer vs. Zigarette vs. E Zigarette
Weiterführende Artikel
- IQOS einfach erklärt
- Was sind Tabaksticks?
- Tabakerhitzer oder E Zigarette?
- Was ist eine E Zigarette?
- Heat not Burn einfach erklärt
Fazit
Tabakerhitzer sind elektronische Geräte, die speziell aufbereiteten Tabak kontrolliert erhitzen, ohne ihn zu verbrennen. Sie unterscheiden sich technisch und rechtlich sowohl von klassischen Zigaretten als auch von E Zigaretten. Wer sich mit Aufbau, Funktionsweise und den geltenden gesetzlichen Regelungen beschäftigt, erhält ein besseres Verständnis dieser Produktkategorie.